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Frauenpower im Baugewerbe: Gisela Raab

Frauen auf der Baustelle. Eine Seltenheit? Tatsächlich ist die Baubranche schon längst keine reine Männerdomäne mehr. Hier stellen wir deshalb wöchentlich eine Frau vor, die in einem unserer 3.100 Bau- und Ausbaubetriebe tätig ist. Von der Fliesenlegerin bis zur Straßenbauerin und von der Ausbildung bis zum eigenen Unternehmen – diese Frauen zeigen, wie vielfältig und chancenreich Bauberufe für alle sind!

Kurzinterview mit Dipl.-Ing. Gisela Raab

Gisela Raab ist Bauingenieurin und Geschäftsführerin der RAAB Baugesellschaft mbH & Co.KG im oberfränkischen Ebensfeld.

Was ist Ihr Lieblingswerkzeug oder Ihre Lieblingsmaschine und warum?

Schönes Papier, Stifte und Kleber – da ich gerne kreativ arbeite und meine Ideen von Prozessen visuell darstelle. Außerdem liebe ich Hochbaukräne. Sie zeigen, dass sich Orte in Veränderungsprozessen befinden und wo – hoffentlich etwas Schönes – gebaut wird.

Welche Momente im Berufsalltag bereiten Ihnen ganz besonders viel Freude?

Ich liebe Spatenstiche und Richtfeste, da ich weiß wie viele Jahre wir auf diese Tage hingearbeitet haben. Dann freue ich mich natürlich über die Anerkennung unserer Kunden für unsere gute Arbeit. Auch alle Veranstaltungen mit unseren Mitarbeitern sind immer etwas Besonderes und sehr bewegend. Überaus gefreut hat mich die Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille im Jahre 2020 und der Bayerische Ingenieurpreis im Jahre 2013.

Welche Hürden haben Sie auf dem Weg zu Ihrem jetzigen Arbeitsplatz gemeistert?

Ich habe viele neue Wege in unserem Unternehmen beschritten, sei es in der Mitarbeiterführung mit unseren Zukunftskonferenzen, sei es im Bereich umweltbewusste Betriebsführung und ökologisches Bauen, oder beim Aufbau unserer Abteilung Schlüsselfertigbau.

Was muss sich verändern, damit mehr Frauen Ihren Beruf ergreifen?

Es ist wichtig, dass Frauen in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen und mehr Mut haben. Ich finde, oft gehen sie lieber den einfacheren Weg und bleiben in der zweiten Reihe. Ich kann für meinen Teil sagen, dass ich als Ingenieurin keine Probleme habe, in der Männerwelt anerkannt zu werden und meine Ziele zu verwirklichen. Im Gegenteil!

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ich bin ja schon 55 Jahre alt und habe wirklich viel erreicht. Bei meinem letzten Aufenthalt im Kloster habe ich für mich erarbeitet, dass ich meine Vision „Paradiese zu bauen“ erweitere: „Ich ermutige Menschen, damit auch sie die Welt in ein Paradies verwandeln“. Das vermehrt das Gute und schafft einen Sinn.

Dipl.-Ing. Gisela Raab im Interview. Foto: RAAB Baugesellschaft mbH & Co.KG