minimieren
maximieren

Frauenpower im Baugewerbe: Paulina Irsigler

Frauen auf der Baustelle. Eine Seltenheit? Tatsächlich ist die Baubranche schon längst keine reine Männerdomäne mehr. Hier stellen wir deshalb wöchentlich eine Frau vor, die in einem unserer 3.100 Bau- und Ausbaubetriebe tätig ist. Von der Fliesenlegerin bis zur Straßenbauerin und von der Ausbildung bis zum eigenen Unternehmen – diese Frauen zeigen, wie vielfältig und chancenreich Bauberufe für alle sind!

Kurzinterview mit Paulina Irsigler, Duale Studentin und Maurerin im 4. Lehrjahr

Paulina Irsigler macht im Rahmen ihres dualen Studiums eine Ausbildung zur Maurerin bei Stoll Bauunternehmen in Meitingen-Hebertshofen nahe Augsburg.

Was ist Ihr Lieblingswerkzeug oder Ihre Lieblingsmaschine und warum?

Mein Lieblingswerkzeug ist das Schnurlot, da es ein sehr traditionelles Werkzeug ist, mit dem aber ebenso genau und schnell vermessen werden kann, wie mit jedem neuen digitalen Gerät. 

Außerdem ist das Lot in dem Logo unseres Familienbetriebes abgebildet. Nicht umsonst verwendet man auch den Spruch ‚Alles im Lot‘, wenn wieder einmal saubere, maßgenaue Arbeit geleistet wurde.

Welche Momente im Berufsalltag bereiten Ihnen ganz besonders viel Freude?

Im Berufsalltag gefällt mir vor allem die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen – damit meine ich den Teamgeist auf der Baustelle. Ein besonderer Moment ist zum Beispiel auch das Richtfest, bei dem wir den Abschluss der Rohbauarbeiten feiern. Als Maurerin war man eine der Ersten vor Ort und hat maßgeblich zum Erschaffen eines neuen Bauwerks beigetragen, welches nun viele Jahre von den unterschiedlichsten Menschen bewohnt oder genutzt wird und auch sein Umfeld durch die Gestaltung der Fassade prägt. 

Welche Hürden haben Sie auf dem Weg zu Ihrem jetzigen Arbeitsplatz gemeistert?

Bei mir hat es eine Weile gedauert, bis ich mich in der „Männerwelt“ zurechtgefunden habe. Die Jungs auf der Baustelle sind einfach direkter und sagen häufig geradeheraus, was sie denken (was ich mittlerweile zu schätzen weiß). Man darf auf keinen Fall an seinen Fähigkeiten und seinem Wissen zweifeln und sich nicht davor scheuen, eine eigene Arbeitsweise beziehungsweise einen eigenen Arbeitsrhythmus zu finden. Solange das Ergebnis passt, ist das völlig in Ordnung!

Was muss sich verändern, damit mehr Frauen Ihren Beruf ergreifen?

Ich habe das große Glück, dass ich immer sehr viel Unterstützung bekommen habe – von Leuten, die an mich glauben wie meine Ausbilder, Kollegen und meine Familie. Wenn man mit seiner Entscheidung ganz alleine dasteht und immer nur Gegenwind bekommt, ist das natürlich erheblich schwerer. 

Grundsätzlich denke ich, dass, wenn mehr Frauen auf der Baustelle arbeiten, die Akzeptanz der Gesellschaft automatisch größer wird. Man gewöhnt sich halt daran! 

Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren habe ich hoffentlich meine Berufsausbildung sowie mein Studium erfolgreich abgeschlossen. Allerdings bin ich auch noch sehr jung und möchte mir für die Zukunft alle Wege offenhalten.

Von links: Felix Irsigler, Maximilian Sarrach und Paulina Irsigler auf der Baustelle. Foto: privat